Leinöl und Leinsamen - volle Kraft voraus

Leinöl und Leinsamen - volle Kraft voraus

Hallo und einen wunderschönen Wochenbeginn!

Auch wenn die Temperaturen nach den erst so warmen Sommertagen nun doch etwas in den Keller gegangen sind, hoffen wir trotzdem, dass du ein schönes langes Pfingstwochenende genießen konntest.

Wir haben uns in der Baumschule mit vielen Kräutern, Beerensträuchern und Bäumchen eingedeckt.
Auf das der Garten immer mehr zum Naschparadies wird.

Heute soll es bei uns mal nicht ausschließlich um eine neues Rezept gehen, sondern um ein - wie man heute so schön sagt - heimisches Superfood.

Der gute alte Leinsamen und aus dessen hergestelltes Leinöl.

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Leinöl hat vor allem hier in Deutschland einen traditionell guten Ruf.
Wir Sachsen essen es am liebsten mit Pellkartoffeln und Quark.

Das Leinsamen und Leinöl aber noch vielseitiger anwendbar sind, wollen wir dir in unserem neuen Artikel zeigen.

Heute werfen wir deshalb mal einen Blick hinter die Kulissen und schauen uns näher an, was Lein und dessen Produkte wie Leinöl und Leinsamen so gesund für uns macht.

Zu DDR - Zeiten waren Sachen aus Lein sehr beliebt.
In der ökologischen Erzeugung spielt die durch Lein hergestellte Bekleidung heute noch eher eine untergeordnete Rolle.
Dennoch gibt es wieder ein paar Hersteller, welche sich der alten Pflanze besinnen und sie in schonendem Verfahren ernten und zu Textilien weiterverarbeiten.

Der größte Teil der Produktion wird aber für den Verzehr als Leinsamen oder Leinöl verkauft.

Wer wie wir gern in den Spreewald fährt, sollte unbedingt mal der Historischen Ölmühle in Straupitz einen Besuch abstatten.
Dort wird heute wieder Leinöl in traditioneller alter Handwerkskunst hergestellt.
Mit leckerem Brot kann das frisch gepresste Gold auch gleich vor Ort verkostet werden.

Leinöl wird aus den kleinen Leinsamen des Flachs (so wird Lein ebenfalls genannt) gewonnen.

Was schätzt du, wieviel Leinsamen nötig sind, um einen Liter Leinöl zu produzieren?

Es braucht ungefähr 4 Kilogramm der kleinen Samen, um 1 Liter zu gewinnen.
Deshalb ist auch der Preis eines hochwertigen, kaltgepressten Leinöls nicht gerade niedrig, aber auf jeden Fall jeden Cent wert.

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Jetzt wollen wir uns mal anschauen, welche gesundheitsbringenden Wirkstoffe im Leinsamen und Leinöl zu finden sind.

Leinöl ist eine der besten heimischen Omega-3 Ressourcen.

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den essentiellen Fettsäuren, die unser Körper nicht selber bilden kann und daher ist es notwendig, dass wir sie über die Nahrung zu uns nehmen.

Eine Unterversorgung von mehrfach ungesättigten Fettsäuren steht im Verdacht viele unserer heutigen Zivilisationskrankheiten zu begünstigen oder auszulösen.

Der im Leinsamen vorhandenen Alpha-Linolensäure, als eine der drei Fettsäuren, werden viele Heilkräfte zugesprochen.

Sie kann zum Beispiel unser Denkvermögen aktivieren und die geistige Entwicklung unseres Gehirns fördern.

Es unterstützt unser Herz/Kreislaufsystem, trägt zu geistigem Wohlbefinden bei und hilft bei Depressionen und senkt das schlechte Cholesterin LDL.

Polyphenole, welche zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören und welche die Pflanze als Schutzschild gegen Eindringlinge nutzt, stehen auch uns Menschen bei Verzehr von Leinsamen oder Öl zur Verfügung.
Sie bieten dabei einen antioxidativen Schutz gegen schädliche freie Radikale.

Den im Leinsamen enthaltenen pflanzlichen Östrogenen, die Lignane, wird eine krebshemmende Wirkung nachgesagt.
Sie wirken gegen Alterung, versorgen unsere Zellen mit Energie und tragen somit zur Stabilisierung des Allgemeinbefinden bei.

Leinöl ist außerdem noch eine gute Quelle für Calcium, Eisen und Vitamin E.

Vitamin E, als Fänger der freien Radikale, schützt die Haut und das Bindegewebe, sorgt für gesunde Haare und unterstützt die Zellneubildung.
Außerdem soll es eine gute Wirkung zur Verbesserung der Sehkraft bieten.

Für unsere vegane Küche nutzen wir Leinsamen öfters als Eiersatz.
Dazu schroten wir den Samen frisch und lassen ihn in etwas Wasser quellen.
Die im Lein vorhandenen Schleimstoffe quellen dann auf und ergeben eine Art Paste.
Dies hilft vor allem auch bei Darmträgheit und regt die Peristaltik zur Arbeit an.

Wer Probleme mit dem Stuhlgang hat, kann früh morgens eine Tasse pflanzliche Milch mit etwas Ahornsirup und einem Esslöffel frisch gemahlenem Leinsamen zu sich nehmen.

Leinsamen ist als pflanzlicher Omega-3-Spender den Fischöl Kapseln vorzuziehen, da er direkt aus der Natur stammt und nicht verarbeitet wird.

Beim Öl solltest du darauf achten und nur kaltgepresstes Leinöl kaufen, denn es enthält noch alle gesunden Inhaltsstoffe.

Am besten bewahrst du Leinöl in dunklen Flaschen im Kühlschrank auf.
Auf keinen Fall solltest du Leinöl zum Braten benutzen.
Damit zerstörst du die wertvollen Inhaltsstoffe und die ungesättigten Fettsäuren beginnen zu oxidieren und werden ranzig.

Und noch ein Tip am Rande.... nicht nur unsere Körper freut sich über Leinöl, auch Möbel oder andere Holzgegenstände erleben mit Leinöl eine attraktive Auffrischung.

Hier findest du noch einige unserer bevorzugten Ideen für Rezepte mit Leinsamen und Leinöl:

  1. Morgens pur einen Löffel Leinöl gegessen, wirkt Wunder für die Verdauung.

  2. Du kannst Leinöl auch ganz einfach mit unserem in Würfel geschnittenem frisch gebackenen Urdinkelbrot genießen, indem du die Würfel in Leinöl tunkst.
    (Das gefällt übrigens auch unseren Kindern gut und sie sind gleich etwas beschäftigt 😀).

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  1. Unsere Energiebällchen sind eines der beliebtesten Rezepte auf unserem Blog.
    Auch sie versorgen dich mit einer guten Portion an Leinsamen.

  2. Unser großer Sohn isst seinen Frühstücksbrei am liebsten aus frisch geschrotetem Leinsamen, gemixt mit einem püriertem Apfel und einer halben Banane.
    Leinsamen solltest du am besten frisch mahlen und gleich verwenden.
    Gemahlener Leinsamen kann vom Körper besser aufgenommen werden, als die vollen Samen.

  3. Unseren Wildkräutersalat kannst du anstatt des Hanfdressings auch mit einer leckeren Leinöl-Vinaigrette zubereiten.
    Dazu nimmst du eine Handvoll Vogelmiere, eine Handvoll Giersch und mixt es mit 5 EL Leinöl, Salz und Knoblauchpulver.

Wir hoffen du konntest ein paar Anregungen in unserem Artikel für dich finden.

Wie isst du Leinöl und Leinsamen am liebsten?

Wir freuen uns über deinen Kommentar und wünschen dir eine gesunde Woche!

Kommentare
  1. Gabi am 22.08.2018 12:34 #

    Sollte man Leinsamen nicht mit Milch einnehme, habe ich woanders gelesen?

  2. go-healthy am 01.09.2018 22:01 #

    Liebe Gabi,

    Davon hab ich noch nichts gehört. Ich kann mir auch nicht erklären, was Milch für einen Nutzen haben sollte im Zusammenhang mit Leinsamen und auch so nicht. Wo hast du das denn gelesen?
    Liebe Grüße Jana

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